Ponzi dApps belasten das Ethereum-Netzwerk stark

Ponzi dApps belasten das Ethereum-Netzwerk stark

By Benson Toti - Min. gelesen
Aktualisiert 07 November 2022

Das Ethereum-Netzwerk wird derzeit durch Transaktionen von zwei Dapps dominiert, die offensichtlich Pyramidensysteme (englisch auch “Ponzi Scheme” genannt) sind. Wie die Daten von DappRadar zeigen, belegen die beiden Ponzi Fomo3D und PoWH 3D Platz eins und zwei waren und haben die “legitime”  dezentralisierte Exchange IDEX nach Nutzerzahlen überholt. Insbesondere PoWH 3D nimmt aktuell einen Großteil der Netzwerkaktivitäten von Ethereum in Anspruch.

ethereum dapps
https://dappradar.com/dapps

Die beiden DApps haben in den vergangenen 7 Tagen ein Handelsvolumen von rund 193.200 ETH (über 85 Millionen USD) vorzuweisen.

Fomo3D beschreibt sich selbst als DApp, die

“jeden Spieler in die erschreckende und verführerische Position versetzt, einen Exit-Scam durchzuführen und mit massiven, lebensverändernden Mengen von echtem Ethereum davonzulaufen.”

PoWH 3D, was für “Proof-of-Weak Hands” steht, basiert auf und ähnelt einer ursprünglichen Version, die zunächst PoWH heiß und beschreibt sich als “die ursprüngliche autonome Pyramide, verbessert.” Im Gegensatz zu anderen Ponzi-Schemes, wie Bitconnect oder der Lending Plattform DavorCoin, machen beiden DApps aber fast alles, um zu zeigen, dass sie Ponzi-Schemata sind. Beide DApps arbeiten in ähnlicher Weise.

Fomo3d funktioniert recht simpel, indem man mit ETH „Keys“ kauft, deren Einkaufswert  teilweise in einem großen Gewinn-Topf landet. Dieser wird grundsätzlich nach 24 Stunden ausgeschüttet bzw. verlängert sich die Zeit mit jedem Kauf eines Keys. Der Rest wird an Key-Besitzer ausgeschüttet, die bereits im Besitz eines oder mehrerer Keys sind. Derjenige Nutzer, der den letzten Key gekauft hat, erhält 48 Prozent des Gewinn-Topfes. Die Website wird sogar mit “Your Personal Exit Scam” beworben.

https://twitter.com/PoWH3D/status/1020620671385300993

Es handelt sich im Grunde also um ein automatisiertes Pump und Dump-Schema. Obwohl die Entwickler von Fomo3d skrupellos erscheinen mögen, zeigt ein Blick auf die Seite, dass sie es so klar wie möglich gemacht haben, dass es sich um ein Ponzi und reines Glückspiel handelt.

PoWH 3D

PowH, Proof of weak Hands funktioniert so, dass man über Metamask ETH auf seine PowH Addresse einzahlt und dafür P3D Token erhält. Diese P3D Token sind das Zocker-Kapital auf das es Dividenden gibt. Jedesmal wenn jemand P3D Token gekauft werden, steigt der Preis und ein gewisser Prozentsatz geht davon in einen Pool. Über diesen werden die Dividenden in Form von Ethereum an alle P3D Token Holder aufgeteilt.

Sollte jemand seine P3D Token verkaufen wollen, kann er das jederzeit machen. Auch kann man seine Dividenden jederzeit auszahlen oder reinvestieren. Im Gegensatz zu anderen Ponzi-Schemes funktioniert PoWH 3D aber etwas anders. Bei einem klassischen Pyramidensystem profitieren die ersten Anleger am meisten von dem Spiel, da neuere Anleger das Geld an die Spitze bringen. PoWH 3D funktioniert umgekehrt. Neue Investoren werden am meisten zu belohnt.

Laut der Website wird eine 10-prozentige Gebühr an jede Handelsaktivität, einschließlich des Kaufs und Verkaufs von Wertmarken, auf der Plattform gezahlt. Diese Gebühr wird dann an alle verteilt, die immer noch die Münze halten, was theoretisch ihren Wert erhöht.

Dies mag ein interessanter Weg sein, aber PoWH 3D ist immer noch ein riskantes Unterfangen für jeden der die Token kauft. Man sollte sich bewusst sein, dass wenn mehr Leute auszahlen als einzahlen die Pyramide einstürzt. Da das ganze auf Ethereum basiert und der Code Open Source ist, ist aber ein wichtiger Unterschied, dass jeder Mitspieler die Smart Contracts sowie die ETH Reserven einsehen kann und damit alles sehr transparent ist.

Wie JP Koning feststellt, liegt es in der Natur des Menschen, Glücksspielmöglichkeiten wie Ponzis zu suchen. Bis jetzt war die einzige Möglichkeit, offline Ponzis zu laufen. Wenn Ethereums relativ saubere Ponzis die Schlechten verdrängen, dann ist die Welt zumindest (ein bisschen) besser dran.

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