Telegram Token GRAM von SEC-Kritik überschattet

Telegram Token GRAM von SEC-Kritik überschattet

By Benson Toti - Min. gelesen

Dass Telegramms Coin früher als Libra von Facebook kommen würde, schien sicher. Probleme mit der SEC könnten aber nun für längere Verzögerung sorgen.

SEC hält bisherige Investitionen für nicht rechtens

Dass der Messenger-Dienst Telegram einen eigenen ICO plant, hatte das Unternehmen schon Anfang 2019 durchblicken lassen. Wir berichteten über den Krypto-Token, der in der Vorbereitungsphase steckte. Mitte dieses Jahres folgten weitere Nachrichten rund um einen möglichen Preis des Coins, der auf den naheliegenden Namen GRAM hören wird. Aktuell reagiert der Dienstleister Telegram auf die eher negativen Meldungen zu vermeintlichen Problemen im Rahmen der Regulierung. Der Grund: Von behördlicher Seite hatte es Kritik gegeben. Denn angeblich sei der bisherige Token-Verkauf nicht legal gewesen. Urheber der kritischen Nachrichten war wohl die US-amerikanische Securities and Exchange Commission, also die für den Wertpapierhandel zuständige Börsenaufsicht.

Rechtliche Klärung vor der weiteren ICO-Realisierung

Vonseiten der Behörde hieß es, dass der Token-Verkauf mit einem Gesamterlös von rund 1,7 Milliarden USD als illegal eingestuft wurde. Dies rief nun die Entwicklungsabteilung im Hause Telegram Open Network (TON) auf den Plan. Ihren Investoren gegenüber äußert man im Hause TON, man warte bereits seit eineinhalb Jahren auf eine eindeutige Stellungnahme der Behörde. Am 24.10.2019 soll es nun zur Gerichtsverhandlung kommen, um Unklarheiten auszuräumen. Telegram jedenfalls möchte nun nichts unversucht lassen, um eine zufriedenstellende Problemlösung umzusetzen. Denkbar scheint nun eine Verschiebung der eigentlichen GRAM-Emission am normalen Markt. Die einstweilige Verfügung der SEC stellt aktuell ein Hindernis dar. Auch weil die SEC-Maßnahmen auch etliche renommierte Geldgeber wie das Unternehmen „Lightspeed“ betreffen.

SEC steht selbst unter heftiger Kritik wegen langsamer Arbeit

Telegram reagiert kritisch auf die SEC-Stimmen. Die Behörde sei nicht aktiv und offen genug, wenn es um die Regulierung des Kryptosektors geht. Dabei geht es nicht nur um das eigene Projekt. Auch bei kommenden ICOs wie Facebooks Libra und Coins von Ark bis Zcash lässt sich die Aufsicht nach Auffassung vieler Kritiker zu viel Zeit. Dieser Meinung sind im Übrigen auch seit längerem etliche Vertreter des US-Kongresses. Ein Schreiben an den SEC-Vorsitzenden rief kürzlich zur Schaffung eindeutiger Regeln zu digitalen Währungen wie Bitcoin, Börsen, Wallets und anderen Krypto-Dienstleistungen auf. Für GRAM-Interessenten bleibt es vorerst also spannend. Wie reagiert die SEC und was wird das Ergebnis der juristischen Auswertung Ende des Monats sein? Wissenswert: Zuletzt hatte die SEC erst dem Bitwise-Plan zu einem Bitcoin ETF eine Absage erteilt.

Featured Image: Von Stanslavs | Shutterstock.com