Deutsches Unternehmen bringt Bitcoin an die Börse

Deutsches Unternehmen bringt Bitcoin an die Börse

By Benson Toti - Min. gelesen

Bitcoin und Handel an der Deutschen Börse? Bisher klingt dies noch nach Zukunftsmusik aus einer eher fernen Welt. Iconic will dies nun ermöglicht.

Neues Unternehmen will Kryptocoins börslich handelbar machen

Bitcoinhandel an der Börse in Liechtenstein erscheint manchem Leser schon wahrscheinlicher. Denn das kleine Fürstentum arbeitet seit einiger Zeit in vielerlei Hinsicht daran, zum wichtigen Europa-Standort für Krypto-Handel zu werden. Ein neues Start-up will beides schaffen – dass ein neues Derivat auf den Bitcoin im gewissermaßen klassischen Börsenumfeld handelbar wird. Und zwar sowohl an der Frankfurter als aucch der Luxemburger Börse. Das Unternehmen der beiden Gründer Lowry und Lautenschläger trägt selbstbewusst den Namen Iconic. Geplant ist wie gesagt ein BTC-Derivat, also ein Finanzprodukt, das von den Veränderungen des Bitcoin Kurses abhängig gehandelt wird. Das zeitliche Ziel ist hoch gesteckt. Denn die Unternehmer aus Frankfurt am Main haben sich einen Börsenstart für den 02.12.2019 ins Auge gefasst.

Sicherheit durch staatliche Regulierung in Luxemburg

Fachmedien jedenfalls liegt das Produktprospekt vor, was dafür spricht, dass das Vorhaben bereits weit fortgeschritten ist. Vor einiger Zeit hatten die beiden Firmengründer bereits an einem anderen Projekt gearbeitet. Bei diesem ging es ursprünglich unter anderem um ein Beratungsangebot für potenzielle ICOs. Die Gründer geben in einem Statement an, dass gerade bei Finanzinstuten ein großes Interesse weltweit vorliege, in Bitcoin und Altcoins Geld zu investrieren. Die fehlende Regulierung aber schrecke viele Investoren ab. Ein institutionelles Produkt soll hier nun die Lösung sein – ähnlich den Beispielen verschiedener Indexfonds auf den BTC in den Vereingten Staaten. Anleger in Europa sollen nun ebenfalls vom Handelsmodell an regulierten Märkten profitieren. Worum handelt es sich? Iconic wird ein ETN-Angebot starten. Dahinter steckt ein Angebot aus dem Bereich der „Exchange-Traded Notes“. Das Angebot wird – typisch Börse – eine ISIN erhalten.

Günstige Handelskonditionen sollen Investoren anziehen

Das neue Produkt wird unter juristischen Gesichtspunkten als Inhaberschuldverschreibung ausgegeben. Das Unternehmen sitzt in der Bankenmetropole Frankfurt am Main, die Regulierung übernimmt die Finanzaufsicht Luxemburgs. Nach aktuellem Stand werden die Gebühren für das Management des Produkts bei etwa 2,0 % p.a. liegen. Spreads sollen dank des erwarteten hohen Handelsvolumens niedrig ausfallen. Coinbase übernimmt die Aufgabe der Bitcoin-Lagerung. Insbesondere die Listung des Iconic-ETN im Xetra-Bereich sehen Experten als entscheidendes Element. So wird der Bitcoin in Zukunft über im Grunde jeden Online-Broker an der Börse zugänglich. Wissenswert zum Schluss: Der NYXBT-Index der New Yorker Börse NYSE dient als Underling des ETN. Schon bald könnten Alternativen mit Bezug zu Ethereum, Litecoin und weiteren Altcoins folgen. Die Deutsche Börse passt als Standort, immerhin berichteten wir hier schon Ende 2017 über dortige Pläne für BTC-Futures.

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