Ehemaliger Ethereum-Entwickler zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt

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Ehemaliger Ethereum-Entwickler zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt

By Sanne Moonemans - Min. gelesen

Der frühere Ethereum-Entwickler Virgil Griffith (39) ist wegen seiner Hilfe für Nordkorea zu 63 Monaten Gefängnis und einer Geldstrafe von 100.000 USD verurteilt worden. Im September bekannte sich Griffith schuldig, gegen internationale Sanktionen gegen Nordkorea verstoßen zu haben. Die Regeln missachtend hielt Griffith im April 2019 eine Präsentation auf einer Kryptokonferenz in Pjöngjang.

Nach Angaben des FBI half Griffith dem Regime des Diktators Kim Jong-un, westliche Wirtschaftssanktionen zu umgehen, und erlaubte dem Land, Atomraketen zu entwickeln, um die Welt zu bedrohen.

Das Verbrechen sieht eine Höchststrafe von 20 Jahren vor, aber Griffith gelang es, seine ursprüngliche Strafe von 78 auf 63 in einem Deal mit der Bundesanwaltschaft zu reduzieren. Das bedeutet eine Freiheitsstrafe von 5 bis 6,5 Jahren. Allerdings hat Griffith bereits zwei Jahre in Untersuchungshaft verbracht, davon kam er für 14 Monate auf Kaution frei. Die restlichen 10 Monate werden bereits auf seine Strafe angerechnet.

Die Verteidigung bittet um Nachsicht

Bevor er das endgültige Urteil des Richters hörte, hatte Griffith die Möglichkeit, einen letzten Einwand oder Kommentar zu machen. Griffith wechselte im Gerichtssaal ein paar Blicke mit seinen Eltern und Freunden, woraufhin sein Anwalt mit einem Gnadengesuch begann. Ein Gnadengesuch ist rechtlich gesehen ein Antrag auf eine mildere Strafe.

Brian Klein, der leitende Anwalt von Griffith, bat Richter Castel, Faktoren zu berücksichtigen, die seiner Meinung nach nicht in das endgültige Urteil aufgenommen wurden. Insbesondere die harten Bedingungen im Metropolitan Detention Center (MDC) in Brooklyn, wo Griffith festgehalten wird.

Klein beschrieb in seiner Rede verschiedene schwierige und unmenschliche Zustände. Zum Beispiel die Tatsache, dass es während der COVID-19-Ausbrüche keine Möglichkeit für Familienbesuche gab. Er hatte nur begrenzten Zugang zu Decken und warmer Kleidung, und Griffith war sogar gezwungen, sein Waschbecken als Toilette zu benutzen. Außerdem war Griffith auf zwei oder weniger Mahlzeiten am Tag beschränkt. Die Mahlzeiten bestanden hauptsächlich aus Brot mit Erdnussbutter und Marmelade. Denn die Gangs im MDC kontrollieren die Küche.

„Ich habe meine Lektion gelernt“

Rechtsanwalt Klein informierte den Richter auch über eine kürzlich durchgeführte psychologische Untersuchung von Griffith, bei der zwei Persönlichkeitsstörungen ans Licht gekommen seien: Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung (NPD) und eine zwanghafte Persönlichkeitsstörung (OCPD). Laut Griffiths Verteidigung erklärt dies seine „Besessenheit“ von Nordkorea und die Tatsache, dass er diesen Weg gegen den Rat von Familie und Freunden gegangen ist.

Klein erklärte weiter, dass Griffith sich voll und ganz seiner Therapie verschrieben habe und dass sein Psychiater ihn als „behandelbar“ bezeichnet habe. Griffith selbst sprach von seiner Zeit im Gefängnis als Zeit der Besinnung, in der er sich zu seinem Egoismus bekannte. „Ich habe meine Lektion gelernt“, sagte Griffith.

Der Bundesrichter konnte seiner Aussage nicht zustimmen. Am Dienstag entschied er, dass Griffith wegen seines Verbrechens mit 63 Monaten Gefängnis und einer Geldstrafe von 100.000 USD rechnen müsse. Er sagte, Griffith habe keine guten Absichten und zeige stattdessen „den Wunsch, die Menschen darüber aufzuklären, wie man Sanktionen vermeidet“.

Der Richter begründete die Notwendigkeit des harten Urteils mit dem Krieg in der Ukraine und den US-Sanktionen gegen Russland. Die Haftstrafe „wird andere in einer ähnlichen Situation abschrecken“, sagte der Richter.

Unterstützung Nordkoreas bei der Umgehung von Sanktionen

Der Richter war von der Geschichte des Anwalts Klein und den eigenen Worten von Griffith überhaupt nicht überzeugt. Castel begann dann, eine Reihe von Textnachrichten und E-Mails zu lesen, in denen Griffith zugibt, dass er Informationen mit Nordkorea austauscht, um dem Kim-Regime zu helfen, Sanktionen zu umgehen.

Was dem Richter am meisten missfiel, war, dass Griffith während der Konferenz in Nordkorea einen traditionellen nordkoreanischen Anzug trug und vor einer Tafel stand, auf der „Keine Sanktionen!“ stand. Laut dem Richter ist hartes Vorgehen in diesem Fall wichtig, um andere sanktionierte Länder davon abzuhalten, sich auf die Methoden von Griffith zu verlassen.

1,5 Milliarden USD in Krypto

Nordkoreanischen Hackern ist es bereits mehrfach gelungen, große Summen an Kryptowährungen zu stehlen. Letztes Jahr hätten sie insgesamt 395 Millionen USD gestohlen. Laut dem Blockchain-Analyseunternehmen Chainalysis hat das Land in den letzten fünf Jahren Kryptos im Wert von 1,5 Milliarden USD erworben.

Laut EZB-Präsidentin Christine Lagarde könnte Russland Kryptos verwenden, um westliche Sanktionen zu umgehen. Mehrere Experten für Kryptokriminalität widersprechen dieser Sorge allerdings.